Rezension: „Der Joker“ von Markus Zusak

Veröffentlicht: 8. Oktober 2010 von angekreuzt in Freizeit, kreuz&quer, Rezension

Ed ist ein Versager und lebt einen jämmerlichen, eintönigen Tag nach dem anderen. Das denkt seine Mutter, das denken alle anderen, doch am schlimmsten: Er denkt es auch.

von Clara Gerhardt

Der neunzehnjährige Ed Kennedy wohnt mit seinem sabbernden und treuen, aber leider nicht sehr mutigen Hund namens Türsteher in einer schäbigen Hütte. Er fährt Taxi, obwohl er weder das Mindestalter noch eine Ausbildung hat. Seine Freizeit verbringt er Karten spielend mit seinen drei besten Freunden. Er ist seit Ewigkeiten unsterblich in Audrey verliebt, die jeden nimmt – nur nicht ihn. So sieht Eds Leben aus – bis er eines Tages zur falschen Zeit am falschen Ort ist (oder doch zur richtigen Zeit am richtigen Ort?), mehr oder weniger zufällig einen Bankraub verhindert und plötzlich ein Held ist.

„Der Joker“ ist 2006 im cbj-Verlag erschienen, hat 443 Seiten und kostet 16,95 Euro.

Kurz darauf findet Ed die erste von vier Spielkarten in seinem Briefkasten. Ein Karoass, auf dem drei Adressen und Uhrzeiten stehen. Erst ist er unschlüssig, doch schließlich siegt seine Neugier und er sucht jene drei Orte auf. Was er dort sieht, ist für ihn nicht nur völlig unerwartet und bestürzend, sondern beginnt schließlich auch sein eigenes Leben zu verändern. Er erkennt die Aufforderung und den Auftrag der Karten, beginnt den Menschen zu helfen und hilft dadurch nicht zuletzt sich selbst, sein Leben auf die Reihe zu kriegen.
Mit seiner selbstironischen Art erobert der Protagonist Ed sofort das Herz des Lesers und nimmt ihn mit, auf eine Reise voller Überraschungen, Rätsel und Abenteuer. Indem er den Leser direkt anspricht, wird dieser immer mehr in den Bann der Geschichte gezogen – einer Geschichte, die auch die eigene Weltansicht ein kleines bisschen verrückt und die einen, nachdem man das Buch zugeklappt hat, immer noch begleitet.

Der australische Autor Markus Zusak erzählt Eds Geschichte in seinem ganz eigenen Sprachstil – humorvoll und gleichzeitig tiefsinnig und berührend. Ein Buch mit 444 Seiten Spannung, das einen nicht mehr loslässt, zum Denken anregt und glücklich macht!
„Der Joker“ wurde völlig zu Recht mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2007 ausgezeichnet. Zwar ist und bleibt das bei weitem bekannteste und herausragendste Buch von Markus Zusak „Die Bücherdiebin“ (2008), doch „Der Joker“ ist trotzdem auf eine ganz andere, erfrischende und ungewöhnliche Art ein weiterer riesiger Erfolg des Autors.

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