Horch, was kommt von draußen rein?

Veröffentlicht: 6. November 2010 von angekreuzt in Allgemein, Schulalltag

Hermann und seine Frau schweigen, reden, streiten. Belanglose Dinge. Extrem sinnfrei, aber sie unterhalten sich dennoch.

aurumetargentum


Ihr fragt euch: Was sucht das hier? Gute Frage. Die Antwort? Ganz einfach.

Von einer ehemaligen Kunstlehrerin unserer Schule habe ich gelernt „Kunst verlangt Opfer.“ Die Kunst, die am Freitag während der dritten/vierten Stunde auf dem Gang im 3. Stock aufgeführt worden ist und möglicherweise zur Irritation bei einigen Schülern der Unterricht habenden Klassen geführt hat, war eine der ungewollten Art. Aber was kann schon der Deutschlehrer dafür, wenn er einem Schüler ein „Ja“ gibt? – Auf die Frage, ob man zur Probe eines Dialoges auch übertreiben dürfe. Allgemein ist dagegen nichts einzuwenden, aber man sollte es doch schon ein wenig einschränken, das „Ja“. Aber da dies nicht geschah, durften sich die Klassen über „Hermann…Sei doch nicht gleich so aggressiv!“ „Ich bin doch nicht aggressiv…“ „Warum schreist du dann so?“ „(schreit) …Ich schreie dich nicht an!!!…“ amüsieren. Jedenfalls haben wir das getan. Herr Bieneck, falls Sie einen unterhaltsamen Unterricht halten wollen und sich nicht anstrengen wollen, dann nehmen Sie doch einfach…ach, ich glaube, Sie wissen schon, wen ich meine. Wir hatten unseren Spaß.

Und für alle, die es mitbekommen haben und nun unbedingt wissen wollen, in welchem Kunststück Hermann und seine Frau streiten, sucht einfach nach Loriot und „Der Feierabend“. Das macht sich auch gut als Vortragsstück zu Hochzeiten (um dem Brautpaar zu zeigen, wie es einmal sein wird), zu Geburtstagen (um dem Geburtstagskind zu verdeutlichen, wie es bei ihm zu Hause vielleicht zugeht) oder zur puren Freude des Einzelnen (um zu verstehen, was ein Kommunikationsmodell ist und was es ausmacht). Und an alle angehenden, bereits seienden Deutschlehrer oder andere Lehrer, die das Kommunikationsmodell behandeln wollen: Macht’s wie mein Deutschlehrer: Schickt zwei Leute vor die Tür, drückt ihnen vorher jenen Text in die Hand und amüsiert euch, wenn die beiden sich vorne in ein streitendes Ehepaar verwandeln.

„Kunst verlangt Opfer“-  aber es müssen nicht immer die mit den negativen Folgen sein.

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