Schneebälle …

Veröffentlicht: 3. Dezember 2010 von angekreuzt in Freizeit, Schulalltag

Nicht jeder mag den Winter. Es ist kalt, düster, und bedrückend. Aber auch die positiven Seiten darf man nicht vergessen. Denn nur im Winter gibt es Weihnachten, Winterferien und Schnee. Schnee ist an sich ziemlich nervig. Er liegt überall und muss mühselig weggeschaufelt werden. Erst in Kombination mit ein bisschen Freizeit und Kreativität entfaltet der Schnee seine ganze Anziehungskraft. Man kann Ski fahren oder Iglus bauen. Und man kann Schneebälle werfen.

© by imagedeluxe at flickr.com

Gerade unter Kindern ist dies ein sehr beliebter Zeitvertreib, doch auch Erwachsene lassen sich immer wieder gerne dazu hinreißen, eine handvoll Schnee zusammen zu kratzen und eine andere Person damit zu beglücken. Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die erhitzt reagieren, wenn man sie „aus Versehen“ trifft.

Die Gründe dafür sind nachvollziehbar. Jeder, der schon einmal einen Schneeball ins Gesicht bekommen hat, weiß, wie schmerzhaft das ist. Je nach Beschaffenheit des Materials kann ein Schneeball ziemlich hart sein, von den im Eis eingeschlossenen Materialien nicht zu reden.

Aber wieso sind wir eigentlich so versessen auf Schneeballschlachten? Es tut weh, strengt an und man ist hinterher nass. Liegt es bloß an der Freude an der sportlichen Betätigung? Oder am gesellschaftlichen Charakter der Unternehmung? Wohl kaum. Vielmehr bietet es die Möglichkeit, Aggression herauszulassen. Während das Werfen von Steinen sowie die Verwendung von Schusswaffen gegen Mitmenschen weitestgehend verpönt ist, sind Schneeballschlachten in weiten Teilen der Bevölkerung akzeptiert.

 

© by spiritzone at flickr.com

Außer in der Schule. Laut Wikipedia gingen die Menschen schon gegen 1400 n. Chr. diesem edlen Sport nach. Und ein Sport ist es tatsächlich – die Weltmeisterschaft findet 2010 bereits zum vierten Mal in Winterberg statt. Doch trotz dieser langen Tradition ist es an Schulen untersagt, Schneebälle zu werfen (Hausordnung, Punkt 3.6. Schneebälle: „Das Werfen von Schneebällen ist wegen des hohen Verletzungsrisikos verboten.“).

Dieses Verbot wird interessanterweise sehr unterschiedlich ausgelegt. Während Frau Füllkrug diejenigen, die sie erwischt, durchaus einmal zum Arbeitseinsatz bei -11° C anfordert, sehen andere Lehrer es etwas entspannter. An dieser Stelle sei eine kurze Unterhaltung wiedergegeben (sinngemäß, nicht wortwörtlich):

Ein Lehrer, der Einfachheit halber Lehrer A genannt, erwischte einige Schüler, die grade dabei waren, sich gegenseitig zu bewerfen.

Lehrer A: „Das muss jetzt wohl einen Klassenleiterverweis geben.“
Die Wirkung dieser Worte wurde leider durch sein breites Grinsen etwas gelindert. Und den Umstand, dass er der Klassenlehrer der involvierten Schüler ist. Auch die Hilfe seines herbei geeilten Kollegen Lehrer B trug nicht unbedingt zur Beeindruckung der Schüler bei.

Lehrer B: „Und, wer hat gewonnen?“

Schüler: „Öh, es war mehr so unentschieden.“

Lehrer B: „Gewonnen hat jemand sowieso erst, wenn ein Gesicht blau ist. Was ja nicht der Fall ist.“

So lustig dies auch klingen mag; es kommt bedauerlicherweise immer wieder zu Eskalationen. Eine Schneeballschlacht in Leipzig wurde zu einer Straßenschlacht mit über 500 Beteiligten und Verletzten und musste von der Polizei aufgelöst werden. Ähnliche Veranstaltungen – hoffentlich ohne den dramatischen Ausgang – sind auch für Dresden geplant.

Also: Wer Lust hat, mal ein paar Schneebälle zu werfen, darf dies natürlich tun – aber bitte außerhalb der Schule. Und zwar so, dass niemand verletzt wird.

Größere Schneeballschlachten finden statt am:

Freitag, 3. Dezember · 17:00 – 21:30 · Albertplatz
Montag, 6. Dezember · 19:00 – 22:00 · Alaunpark · eher ungünstig, da Weihnachtskonzert um 19:00 Uhr in der Turnhalle …

Autor: DER Chefredakteur 😉

+++ UPDATE +++

Wie so etwas aussehen kann, seht ihr hier:

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Kommentare
  1. Jonas H sagt:

    Ich hab am freitag die letzten Minuten der schneeballschlacht am albertplatz miterlebt. Das war echt eine witzige Situation und man konnte sogar unversehrt den Kampfplatz durchlaufen. Die kämpfer waren sehr vorsichtig keine Passanten zu treffen; schade, ich wäre gerne morgen Abend in den alaunpark gegangen, aber da findet nun das Konzert statt, auch gut.

  2. Milla sagt:

    letztes jahr habe ich anfang april noch das schneeballwerfenverbotenschild von der durchgangtür gepflückt. mal schauen, wie lange diesen winter der schnee gefürchtet bleibt. bis juni? schließlich steht uns laut sz der jahrtausendwinter bevor…apropos schnee, wow, hier bei angekreuzt flockt es ja auch ordentlich. da muss der admin mal streuen, sonst gibt es hier noch verbotene schlitterpartien.

  3. Hannah sagt:

    jaja „DER“ chefredakteur… 😉

  4. Max sagt:

    Ballistische Experimente mit kristallinem H2O unterliegen auf dem Gelände der pädagogischen instutition striktester Prohibition!

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