Money, Money

Veröffentlicht: 3. April 2012 von angekreuzt in Allgemein

Chrisbwah / Wikimedia Commons

Lautes Gelächter, Geschrei und Getrampel ist schon von weitem zu hören. Betritt man die Wohnung, so sieht man überall Spielzeug: auf den Tischen, Regalen, auf dem Sofa und auf Teppichen. Im Wohnzimmer auf dem kleinen, bekritzelten Kindertischliegen Stifte, Papier und ein paar bereits bemalte Blätter. Was gemalt wurde ist undefinierbar. Im Kinderzimmer setzt sich das Chaos fort. Eine kleine elektrische Eisenbahn fährt ununterbrochen im Kreis, man stolpert über Spielzeugautos, Stifte und herumliegende Kuscheltiere. In der Mitte sitzt ein fünfzehnjähriges Mädchen mit einem Buch in der Hand. Links und rechts von ihr sitzen zwei Jungen, einer ist zwei Jahre und der andere 4 Jahre alt.
Das Mädchen heißt Anna. Sie nutzt wie viele ihres Alters die Möglichkeit sich ihr Taschengeld durch Jugendjobs aufzubessern. Da sie bereits fünfzehn Jahre alt ist, ist das gesetzlich erlaubt.

 

Denn das Jugendarbeitsschutzgesetz legt fest, dass Jugendliche ab fünfzehn Jahre gegen Bezahlung arbeiten dürfen, solange die schulischen Leistungen nicht beeinträchtigt werden.

„Durch Anna habe ich ab und zu meine Ruhe, um zum Beispiel Einkaufen zu gehen oder mich mit einer Freundin zu treffen“, sagt Frau C. Die kinderliebe Anna geht regelmäßig zu ihr, um auf deren Kinder aufzupassen. Aber Babysitten ist nicht der einzige Jugendjob, der von Jugendlichen favorisiert verrichtet wird. Die meisten Fünfzehnjährigen gehen Zeitungen austragen. Am beliebtesten ist allerdings, als Begleiter bzw. Begleiterin mit in ein Jugendferiencamp zu fahren. Diese Jobs sind aber so begehrt, dass man sich früh dafür bewerben muss, und meist müssen die potentiellen Begleiter über 16 Jahre alt sein.
Allgemein dürfen Jugendliche in den Ferien von 6:00 Uhr morgens bis 20:00 Uhr abends arbeiten. Eine Mittagspause muss aber gewährleistet sein. Dies wird vom Jugendarbeitsschutzgesetz festgelegt. Wenn man in den Ferien aber beispielsweise in einer Bäckerei aushilft und dementsprechend vor 6:00 Uhr morgens am Arbeitsplatz gebraucht wird, gibt es Ausnahmearbeitszeiten, die spezifisch auf den Job zugeschnitten und auch im Jugendarbeitsschutzgesetz zu finden sind.
„ Wenn man sich sein eigenes Geld verdient, bessert es aber nicht nur das Taschengeld auf, sondern man fühlt sich auch jedes Mal ein bisschen selbständiger, wenn man das Geld in die Hand gedrückt bekommt“, meint Anna. Annas Eltern unterstützen sie dabei Jugendjobs zu verrichten. Aber sie helfen ihrer Tochter nicht dabei, ihre Jobs oder Kunden zu suchen. Sie meinen , dass es ihrer Tochter sehr viel weiter hilft, sich nach Kunden umzusehen und auch selber die Termine zu koordinieren. „Viele Jugendliche in Annas Alter sind lange noch nicht so selbständig und können sich auch ihre Zeit noch nicht so gut einteilen wie Anna. Anna plant immer genau, wann und wieviel bzw. wie lange sie für ein Fach, einen Test oder eine Klassenarbeit lernen muss. Nur so kann sie sich Zeit zum Babysitten freischaufeln.“
Mittlerweile kann sich Anna durch viel Übung bei den Kindern durchsetzen und sie spielerisch zum Aufräumen bringen. „ Auch das mit der Lautstärke und dem Getrampel der Kinder habe ich jetzt im Griff.“

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Kommentare
  1. Horst Sommer sagt:

    Sehr lobenswert,wenn Kinder sich ihr eigenes Geld verdienen!

  2. Hotte sagt:

    Ich finde es grundsätzlich auch sehr positiv, wenn jugendliche lernen, Verantwortung zu übernehmen und ein wenig eigenes Geld zu verdienen. Sie lernen so besser das Verhältnis zwischen MÜhe und Geld einschätzen und gewinnen Fähigkeiten und Selbstbewußtsein.

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