Die unendliche Geschichte mit dem Preisgeld und der Leipziger Internet-Zeitung

Veröffentlicht: 23. September 2012 von Admin in Allgemein, kreuz&quer

Juni 2011 in Dresden. Fünf Mitarbeiter unserer Schülerzeitung sitzen an einem Sonnabendvormittag im Gebäude des Landtags Dresden.
Die Stimmungslage schwankt zwischen aufgeregt und leicht optimistisch bis hin zu vorgetäuschter Gleichgültigkeit. Denn schließlich geht es heute um etwas: Die besten Schülerzeitungen und Internetangebote Sachsens werden gekürt – und wir haben uns auch beworben. Wird es gereicht haben? Haben wir etwas gewonnen?


Die Veranstaltung zieht sich in die Länge: Musikbeiträge, Reden von Politikern und den Veranstaltern von Jugendpresse Sachsen. Das interessiert alle Anwesenden hier – es sind noch viele andere Schülerzeitungsredaktionen da – eher am Rande. Immer wieder flackert Unruhe auf. Dann endlich die Ankündigung: Eine Jury aus professionellen Journalisten im Zusammenarbeit mit dem Verein hat ihre Entscheidungen getroffen und beginnt nun mit der Preisverleihung. Erwartungsvolle Stille macht sich breit, auch bei uns. Als endlich der Name „kreuz&quer“ fällt, wollen wir schon begeistert aufspringen – bis uns auffällt, dass es eine andere Schülerzeitung mit dem gleichen Namen gibt. Hm, sollten wir vielleicht mal unsere Namensgebung überdenken? Noch in diese Überlegungen hinein wird dann unsere, wirklich unsere, Schülerzeitung genannt – und zwar gleich zweimal: Wir haben den ersten Preis in Sachsen für unseren Blog gewonnen und belegen den zweiten Platz mit unserer Printausgabe. Endlich ist Zeit zum Jubeln – das ist schon eine Belohnung für die ausdauernde und zeitraubende Arbeit, die wir geleistet haben. Die Belohnung selbst ist natürlich nicht nur die geäußerte Anerkennung – auch Sachpreise und Geld gibt es, welches wir gut gebrauchen können, da wir uns mit unseren Finanzen immer mühselig von Ausgabe zu Ausgabe hangeln. Hurra und Glückwunsch!

Schnitt. Ein halbes Jahr später. Neue Mitarbeiter sind gewonnen, die neuen Ausgaben sind in Arbeit – nur: Das Preisgeld für den Schülerzeitungsblog – gestiftet von der Leipziger Internet-Zeitung – fehlt uns noch. Es gibt Telefonate mit dem Verantwortlichen der L-IZ und eine Verabredung zu einem Workshop, so dass das Preisgeld zu einem Teil für diesen Workshop verwendet werden, zum anderen auf unser Konto gehen soll. Ein erster gemeinsamer Termin im November scheitert jedoch. Weitere Telefonate, Absprachen – ein neuer Termin im Januar wird festgelegt. Die Mitarbeiter zusammen zu bekommen ist nicht einfach, aber dann sitzen alle da und warten auf den versierten Journalisten, der uns einiges beibringen will, was Textrecherche und Internetauftritt angeht. Aber: Niemand erscheint. Im Nachhinein stellt sich eine plötzliche unvorhergesehene Erkrankung und ein Missverständnis mit den Telefonnummern als Grund heraus. Heißt also: Immer noch kein Preisgeld für uns. In weiteren Telefonaten verbuchen wir auf einem ideellen Konto viel Gutwilligkeit der Gegenseite – das reale Konto bleibt jedoch blütenweiß rein.

Schnitt 2: Juni 2012 in Leipzig. Fünf Mitarbeiter unserer Schülerzeitung sitzen an einem Sonnabendvormittag im Gebäude des Medienkollegs Leipzig. Die Stimmungslage schwankt zwischen aufgeregt und leicht optimistisch bis hin zu vorgetäuschter Gleichgültigkeit. Denn schließlich geht es heute um etwas: Die besten Schülerzeitungen und Internetangebote Sachsens werden gekürt …. Rest siehe oben…. Resultat diesmal: Leider hat unsere Printausgabe den Sprung auf’s Treppchen diesmal nicht geschafft. Aber unser Blog – siehe da – ist wieder unangefochten auf Platz eins gelandet. Wir freuen uns natürlich wieder über den Sieg, die Belohnung für unsere Arbeit , jubeln usw. Eine geringfügige Einschränkung unserer Begeisterung: Eigentlich hatten wir ja gehofft, einem Mitarbeiter der L-IZ zu begegnen – doch hatte dieser vorher abgesagt.
Egal, wir sind optimistisch – jetzt muss es doch endlich klappen mit dem inzwischen verdoppelten Preisgeld…


Inzwischen ist es September geworden. Der Versuch, den zuständigen Mitarbeiter ans Telefon zu bekommen, scheitert wochenlang. Also mal sehen, ob es beim Chef besser klappt: Dieser lässt sich auf nichts ein und verspricht, die „Angelegenheit weiterzureichen.“ Nichts passiert. Auf eine verschärfte Form des Mailkontakts meinerseits mit dem betreffenden Mitarbeiter erhalte ich die Antwort, die Angelegenheit mit dem Preisgeld werde – weitergereicht. Und nun wieder Stille in Leipzig.
Niemand scheint sich zuständig zu fühlen. Niemand kommt von sich aus auf uns zu. Was steckt dahinter? Unvermögen? Unprofessionalität? Anderes? Über Probleme lässt sich reden – wenn man denn reden will. So aber, verbuchen wir das als Gewinn, lernen die Mitarbeiter unserer Schülerzeitung immerhin, wie journalistisches Verhalten in der Realität aussehen kann. Und was es heißt, Verantwortung nicht zu übernehmen.

Schade, dass ich nicht Leipzig wohne…aber es gibt ja das Internet.

G. Bieneck

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Kommentare
  1. Jugendpresse Sachsen sagt:

    Nach unserem Kenntnisstand hat die Geschichte nun doch ein Ende. Und zwar ein gutes! Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, freuen uns aber umso mehr, dass das Preisgeld nun in tolle neue Geschichten investiert werden kann.

  2. Habt Ihr’s schon mal übers Kultusministerium versucht?

    Ach ja: schöner Blog übrigens 🙂

  3. Der, der viel zu viele Fäden zieht sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an die gesamte Redaktion, v.a. für den Online-Blog! Schön zu hören und zu sehen, dass etwas über Schülergenerationen hinweg bestehen bleibt und sich nicht im Strudel der Zeit verliert … Wann kommt denn die erste ANGEKREUZT.-App für alle Smartphonebesitzer auf den Markt? 😉

    Dass im redaktionellen Dickicht der L-IZ einiges verloren geht, ist sehr schade und einer offiziellen Preisvergabe auf Landesebene absolut nicht würdig.
    Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen in Kürze mit Nachdruck zur Klarstellung beitragen und sich darüber hinaus in einer angemessen Art und Weise für die Verzögerung der Dotierung entschuldigen.

    Wünsche euch ein spannendes Jahr und freue mich auf weitere Artikel!

    Viele Grüße vom technischen Berater a.D. 😉

    • fh sagt:

      Das mit der Blogberatung hat immer noch nicht funktioniert??
      Es freut mich aber, dass der Blog wieder auferstanden ist und es wieder Artikel gibt….

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