Gedanken des Küchenpersonals

Veröffentlicht: 19. Oktober 2010 von angekreuzt in Kritik, Satire, Schulalltag

Was wäre wenn … wenn sich die netten Frauen in unserer Cafeteria einmal Gedanken machen würden – Gedanken über den Zustand auf den Tischen und dem Fußboden, nachdem wieder einmal viele, viele Portionen Mittagessen ausgeteilt wurden? Vielleicht könnte dies ja ungefähr so aussehen …

nachempfunden von Frau Schütze

Essensreste, dreckiges Geschirr u.v.m. - der ganz normale Wahnsinn

„Wir haben einen Arbeitsplatz in der Kreuzschule! Schön! Wir freuen uns darüber sehr und freuen uns auch auf unsere Arbeit. Eine neue Schule, viele nette, gebildete Schüler (um nicht zu sagen, auserwählte Schüler – aber das wissen ja die Frauen in der Cafeteria gar nicht), also –  ein angenehmer Arbeitsplatz!“

Doch der Schein trügt. Schon in den ersten Wochen erleben sie die raue Wirklichkeit. An der Kreuzschule gibt es verwöhnte, egozentrische, unehrliche und abgehobene Schüler.
Wahrscheinlich von zu Hause verwöhnt durch eine Putzfrau und von Eltern, die sich aufopfernd um alle nur denkbaren Belange kümmern, aber leider zu wenig um eine soziale Erziehung. Es scheint auch in manchen Elternhäusern nicht üblich zu sein, in einer Selbstbedienungsgaststätte zu speisen, denn sonst hätten die Kinder gelernt, nach dem Essen das Tablett bzw. Geschirr auf einen Geschirrwagen zu stellen.

„Es ist ja schließlich eine „Kirchliche Schule“, da ist sich jeder selbst der Nächste.“ Ach nein, jetzt habe ich in der Hitze des Gefechts etwas verwechselt. Es heißt ja richtig: „Liebe Deinen Nächsten so wie Dich selbst!“ „Zugegeben, Kinder können sich noch entwickeln, aber an dem Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“, ist auch etwas Wahres dran. Eigentlich hätten wir an einer christlichen Schule ein anderes Verhalten erwartet.“

… solche dialektischen Gedanken über uns macht sich das Küchenpersonal wohl nicht wirklich. Aber sie würden sich bestimmt über mehr Wertschätzung ihrer Arbeit sehr freuen, so wie sich das jeder Schüler auch für sich selbst wünscht.

P.S..  Ich, als Lehrerin, weiß natürlich, dass die o.g. Beurteilung nur für einige wenige Schüler und Eltern zutrifft. Und Satire und Zynismus sind auch nicht meine Stärke. Dazu fällt mir doch gleich noch etwas ein: Vielleicht führt der Artikel auch zu meinem Ausschluss aus der Schule, natürlich mit einer hohen Abfindung! …

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Kommentare
  1. Henriette sagt:

    Das musste wirklich mal gesagt werden!
    Es ist ja auch echt unmöglich.
    Da kommt man dann 13.30 Uhr völlig entnervt mit dem „2.Wahl-Essen“von der Essensschlange, ist froh das man überhaupt noch etwas bekommen hat und muss sich auf den letzten verlassenen und völlig verdreckten Platz setzen, weil der Rest der Cafeteria zum brechen voll ist und dann auch noch seinen Ekel überwinden und den Dreck anderer wegräumen.
    Man sollte als der, der es sich traut, soetwas niveauloses zu machen, mal daran denken, das man selber derjenige sein könnte.
    Leute, werdet erwachsen, überwindet euren Stolz und macht endlich mal das, was eigentlich völlig selbstverständlich sein sollte!

  2. paul sagt:

    ja aba die kleinen machen auch dreck und räumen nich wech.
    vllt sollten die putzfrauen einfach mal den besen ruhen lassen – dann ersticken wir im dreck und vllt ändert sich dann was?

  3. Marlene Woschni sagt:

    Schön, dass das mal gesagt wurde. An manchen Tagen sieht es in der Cafe wirklich dermaßen schweinisch aus. Und dann sollte man mal an die armen Putzfrauen denken, die die ganze Sauerei auch noch wegmachen müssen. Was ist so schwierig für einen Zwölftklässler daran (! heute gesehen), einfach mal drei Schritte weiter zu laufen und sich dazu zu bequemen, seinen Teller wegzuräumen?

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