Chaos in der Cafeteria

Veröffentlicht: 23. November 2011 von angekreuzt in Allgemein, Kritik, Schulalltag

Fotos von Thekla Liebmann

Nach der 6. Stunde

Während der Lehrer die Hausaufgaben ansagt, späht mindestens ein Drittel der Klasse bei jedem seiner Worte zur Uhr, um sicherzustellen, dass er auf die Sekunde genau Schluss macht. Wenn das letzte Wort gesprochen ist, flitzen alle los, wie gespannte Flitzebögen. Eingepackt haben die Schüler schon während des Unterrichts. Warum?
Sie alle haben ein Ziel:
Sie wollen die Ersten in der Cafeteria sein.

Über 100 Schüler sitzen zusammengedrängt an den Tischen, viele teilen sich einen Stuhl. Eine Schlange hat sich gebildet, die bis in die Mitte des Raumes reicht. Trotz der Abgrenzung versuchen immer noch einige, sich vorzudrängeln. Sein Essen bekommt man von Mensamitarbeitern ausgeteilt, die einen völlig gestressten Eindruck machen und innerlich schon die Minuten und die Wannen mit Essen zählen, die sie noch von ihrem Feierabend trennen. Wer sollte es ihnen verdenken? In unserer Mensa mit zu arbeiten, gehört für mich zu den anstrengendsten Berufen, die man ausführen kann.

Zwei Jahre nach dem Umzug taucht nun ein weiteres Problem auf: der Platz.
Die angebotenen Stellschränke für die Ranzen sind zum Bersten gefüllt, außer an dem strategisch ungünstigsten Ort: der Turnhalle. Dort stehen die Schränke meistens leer.
Die Schüler drängen sich an den Tischen, manche reservieren sich ihre Plätze schon im Voraus, indem sie ihre Sachen auf die wenigen Stühle stellen.
Es gäbe aber keinen so großen Platzmangel, wenn nicht fast ein Drittel der Tische durch nicht abgeräumtes Geschirr oder säuisch hinterlassene Sitzplätze fast unbenutzbar geworden wären. Die grellroten Schilder beachtet keiner mehr, im Gegenteil: Die Geschirre werden direkt davor stehen gelassen.

Eine neue Regelung soll Ordnung in die Mensa bringen: Schüler sollen künftig erst 13.45 in die Mensa essen gehen dürfen, wenn sie nachher frei haben. Ob diese Regelung sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Denn: Neulich habe ich vernommen, dass sich jemand aus der Lehrerschaft beschwerte, es gäbe viel zu viele untergewichtige Mädchen in meinem Jahrgang. Dieses zeigt umso mehr, dass sich die Lage bessern muss.
Aber wer wartet extra noch eine halbe Stunde in der Schule, wenn er schon längst zu Hause am Computer sitzen oder gemütlich auf dem Sofa ein Buch lesen könnte?

Unter diesen Bedingungen fällt die Mittagsmahlzeit dann wortwörtlich unter den Tisch oder wird durch eine Stippvisite bei Mc Donalds, Subway, Pizzaland oder ähnlichen Fastfoodketten ersetzt, die ja (leider?) so zahlreich in näherer Umgebung der Schule angesiedelt sind. Meistens sind dort die Schlangen sogar kürzer. Warum dann eigentlich Mensaessen?
Wenn alle zu Mc Donalds gehen würden, wäre das Problem Mittagessen für kurze Zeit vom Tisch, aber es hätte längerfristig eine so drastische Verfettung der ganzen Schule zur Wirkung, dass die Sportlehrer sich die Haare raufen würden. Außerdem wirkt es sich auf die Dauer negativ auf den Geldbeutel aus, da dort das Essen meistens sehr viel teurer ist, als in der Mensa. Nichts essen ist dabei auch keine Lösung, die man anstreben sollte.

Fest steht: Wir sind froh, dass wir unsere Cafeteria haben.
Fest steht aber auch, dass sich etwas ändern muss!

Habt ihr Ideen oder Vorschläge, die zur Lösung des Cafeteria – Problems beitragen könnten? Schreibt einfach einen Kommentar unter den Artikel! Wir sind gespannt auf eure Meinung!

Morgaine
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Kommentare
  1. Josephine sagt:

    Ich denke es wäre genau anders herum sinnvoll. Die, die später noch Unterricht haben, gehen 13.45 essen, die anderen nach der 6. Stunde. Ich mache das auch immer so, wenn ich lange Unterricht habe. Dann ist es meistens schon sehr leer.

    • morgaine sagt:

      Das ist eine sinnvolle Lösung, aber man muss eben in Kauf nehmen, dass dann meistens schon ein Gericht alle ist. Dazu kommt, dass man sich nicht mehr auf den Unterricht vorbereiten kann, z.B auf einen Test. Was mich eigentlich davon abhält, ist das ich meistens dann allein essen muss.

      • Lilo sagt:

        Ich finde Josepines Lösung auch besser, aber man muss bedenken, dass man in diesem Fall den vorgezogenen um zwei-Start der siebten Stunde generell abschaffen müsste, weil eine Viertelstunde nicht an Essenszeit ausreicht. Da werden auch viele protestieren. Aber hier gehts wohl ums kleinere Übel. Und wenigstens bliebe dann insgesamt mehr Zeit, um sich auf die nächste Stunde vorzubereiten.
        Mal zur sechsten Stunde Schluss zu haben ist immer was Schönes, da kann man nicht erwarten, dass alle noch eine halbe Stunde länger da bleiben. Für die, die noch Unterricht haben, ist es meist eh bequemer, in der Freistunde in der Schule zu bleiben.

        Ich kenne mich nicht damit aus, wie das alles geregelt wird, aber ich finde es generell problematisch, dass oft eines der Essen ausverkauft ist, wenn man etwas später in die Cafeteria kommt. Mich hat es früher richtig gestört, wenn das vegetarische Essen alle war, weil ich kein Fleisch esse. Lässt sich das nicht irgendwie anders machen? Würde mich mal interessieren, was überhaupt mit dem übrig gebliebenem Essen passiert. Wird das gespendet, weiterverwendet oder weggeschmissen? Wenn ihr da mal einen Artikel dazu machen könntet, würde ich mich freuen.

  2. gbieneck sagt:

    Das war ja bezüglich der Fotos eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Fotografin und admin! Danke an euch beide!

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